Wo nochmal? Ach so, ein Stausee im Sauerland. Vorteil: immer genügend Wasser unter’m Kiel.
Früh geht’s los, alle sind da, der Wagen ist geladen, nur das Licht am Hänger rechts will nicht. Als das fünfte Austauschlämpchen auch nicht will, sind wir langsam überzeugt, dass es daran wahrscheinlich doch nicht liegen kann. Es gibt immerhin noch die Gelegenheit, sich beim Lidl mit Vorräten einzudecken, die meine Sitznachbarin auf der langen Fahrt schon fast wieder verbraucht. Unterwegs wird noch ein Zelt übergeben und dann haben wir eigentlich alles.
Unser Fahrer steuert souverän zum Ziel, wo wir einen wunderschönen Zeltplatz im Strandbad bekommen. Mit mehr oder weniger konstruktivistischer Intelligenz bauen wir die Hütten auf. Die Chronistin reißt sich die Finger an den Heringen blutig und jammert ein bisschen rum. Es ist warm und verlockt zum anbaden. Das geht ganz schnell, nämlich gar nicht bei 11 °C Wassertemperatur.
Jetzt erstmal Mittagspause mit Seeblick.
Und dann ab auf’s Wasser. Wir paddeln mit Rückenwind, vorbei an Ausflugsbooten, Vogelschutzgebieten und vielen Seglern, am schnellsten unser Ersti und Paddelschüler, das darf ja wohl nicht wahr sein.
Am Strandbad Attendorn steigen wir aus. Es gibt Bananenweizen und weitere Aufputschmittel wie Pfefferminztee. Wir chillen ein bisschen mit Seeblick und freuen uns über die witzige Wirtin und einige lustige Vierbeiner.
Auf dem Rückweg, es sieht nach Gewitter aus, ist der Paddelschüler trotz Gegenwind wieder locker vorn, wie macht er das nur?
Dann hören wir Geschrei. Es kommt aus der Tiefe des Sees. Ein Fall für die Ersthelferin? Aha, drei Jungs im Wasser, scheinbar aus freien Stücken. Warum sie denn so schreien würden, ob es weh tut? Hach, jetzt spüren sie gar nichts mehr, ouw.
Zurück am Platz wollen wir das auch probieren und trauen uns jetzt doch teilweise rein in den See, huh!
Der Regen kommt. Am Abend, als wir im Seerestaurant sitzen. Ein bisschen und schon vorbei. Dafür wird es frisch. Ein Abendspaziergang in der Kreisstadt Olpe ist noch drin. Es gibt auch ein paar alte Steine und Gebäude zu besichtigen, unerwartet charmant. In einer Bar singt jemand Karaoke. Die Chronistin quengelt ein bisschen und will in den Schlafsack.
Dann kommt noch Besuch mit einer freundlichen Fellnase als Anhang.
Zum Zähneputzen und zurück sind es gefühlt 10000 Schritte. Endlich Schlafenszeit.
Des nachts merke ich, was ist denn das, wie fühlt sich das an? Ach ja, kalt. Ziemlich. Prima Schlafsack. Die Blase drückt. 10000 Schritte bis zum Sanitärbereich? Geht gar nicht. Entspannen. Liegen bleiben. Geht doch.
Morgens sonnig und frisch, Frühstück improvisiert, Seeblick herrlich, Hundeaugen treu, wir tauen langsam auf und machen dann doch noch die 10000 Schritte, mehrmals.
Trocknen die Hütten und packen alles weg. Noch ein Tourchen Richtung Olpe steht an. Der Besuch mit Vierbeiner macht sich bereit und pumpt sein Luftboot auf. Die Fellnase ist eine Wasserratte, ist schon zwanzigmal in`s Wasser gesprungen und hat sich ebenso oft in unsere Richtung trockengeschüttelt, bevor sie gebeten wird, im Böötchen Platz zu nehmen. Sie zieht es vor, selbst zu schwimmen. Sie wird erneut gebeten. Gelockt. Gerufen. Sie möchte lieber selber schwimmen. Das wird heut nix mehr und so paddeln wir in kleinerer Besetzung nach Olpe zu einer ausgiebigen Mittagspause und zurück.
Die Chronistin macht sich nass beim Ausstieg, der Paddelschüler und der Fahrtenwart verknoten die Boote gekonnt auf dem Hänger und wir verlassen das liebliche Sauerland.
Danke unserem Fahrtenwart für das ereignisreiche Wochenende.
















